Karl Wilhelm Nahr (wnahr) wrote,
Karl Wilhelm Nahr
wnahr

Bei mir regt sich aber nicht Empörung sondern ein Verdacht

Am Sonntag habe ich – rein zufällig – an CBS 60-Minutes Dan Rather gesehen, der eine junge Frau präsentierte, die dem FBI über ihre Erfahrungen mit Latino-gangs unterrichtete. Diese Frau wurde vor etwa einem Jahr am Potomac mit 13 Messerstichen ermordet aufgefunden. Die Täter sind gefaßt und die wurden im Lauf der Sendung auch vor die Kamera gebracht. Für mich sind diese und andere gangs nicht «interessant» weil sie – exemplarisch – den Kampf gegen Kriminalität vorführen. Ich sehe in ihnen vielmehr etwas, wovon ich schon seit Jahrzehnten phantasiere: Der Beginn einer «Völkerwanderung» deutet sich hier an, den die reichen Länder und ganz besonders die USA selber provozieren. Nicht etwa weil sie «reich» sind, nicht etwa, weil sie «Freiheit» und «unbegrenzte Möglichkeiten» bieten, sondern weil sie morsch sind, bis aufs Mark und diesen Verfall der vitalen Kräfte mit absurden Gesetzen «verbieten» wollen. Es ist sinnlos – unter dem Banner we will fight crime at the source – zu versuchen Drogenmißbrauch [und wohl auch den Mißbrauch von Sexsklaven] dadurch zu unterbinden, daß man armen Gebirgsbauern in den Anden und Afghanistan Agent Orange auf die Coca- und Mohnfelder sprüht und hier und da mal eine Handvoll Schlepper und mules erwischt. Drogenmißbrauch und kinky sex sind Oberflächen-Erscheinungen für viel tiefer liegende Verfallserscheinungen, denen Überflußgesellschaften – immer schon, man denke nur an «Sodom & Gomorrha» und scheinbar unausweichlich – immer wieder ausgeliefert sind.
Der mit großem Tam-Tam vorgeführte fight against crime & drug-trafficking hat genau den gleichen Effekt wie der vom Erleuchteten und seinen henchmen erfundene war against terror. Ich erinnere mich noch ganz genau, wie völlig sprachlos ich war, als Donald Rumsfeld in seiner nonchalanten Art so ganz nebenbei verkündete: “… it could very possibly be true that we are creating a new training ground for terrorists…” Das war circa zwei drei Monate in den «zweiten Golfkrieg» und so viel ich weiß hat kein Mensch auf diese Ungeheuerlichkeit reagiert… er wird es wohl auch nicht so gemeint haben, wie sich das jetzt, nachträglich, herausstellt. An we haven’t seen nothing yet: die Schleusen öffnen sich gerade erst.
Das was jetzt so aussieht wie ein «machbares» Problem von Grenzkontrollen, wird in nicht allzuferner Zukunft von einem Tröpfeln zu einer Flut werden. Tatsache ist, die so Bekämpften lernen es sich besser und besser zu organisieren. Vor allem, sie sind nicht zimperlich im Umgang mit den eigenen Reihen: CBS 60-Minutes zeigte wie prospektive neue gang- Mitglieder einem brutalen Initiantionsritus unterworfen werden, der nahe an die Grenze zum Überleben geht, und nach dieser Initiation weiß jeder, daß eine Verletzung des Ehrenkodex der Bande den sicheren Tod bedeutet. Zur gleichen Zeit verkündet – in der BBC world news – ein britischer Heeresinspekteur mit aufbrausender Empörung, daß man – viel zahmere Spielchen – bei den Royal Marines mit der ganzen Macht des Gesetzes unterbinden werde… Frau Dr. Rice [der außenpolitische henchman des Erleuchteten] ist gerade unterwegs in Europa zu antichambrieren und beflissen für politisches Gutwetter zu sorgen seit die leidige Sache mit den ausgelagerten Verhör-Kerkern des US Central Intelligence Agency ruchbar wurden. Die europäischen Gutmenschen drohen allen EU-Mitgliedern von ihrem Stimmrecht zu suspendieren, die sich schuldig machten, die Menschenrechte der Menschenrechtsverächter verletzt zu haben. Die törichten Narren der «freien Presse» sonnen sich mit ätzender Kritik die Böslinge bloßzustellen. Bei mir regt sich aber nicht Empörung sondern ein Verdacht: Wenn der CIA Geheimnisse wahren will, dann findet niemand – und sei er noch so ein engagierter Menschenrecht schützender Aktivist mit Beziehung zu den Medien – niemand findet etwas heraus, was nicht herausgefunden werden soll. Und also schließe ich das ist die Rache derer in der CIA Hierarchie, denen der Erleuchtete mit seinen Lügen und Verdrehungen an die professionelle Ehre gegangen ist – das sind eben nicht alles blindwütig-arschkriechende Speichellecker …auch die nicht, die jetzt beim Verhör starrsinniger Gotteskrieger Methoden anwenden, die über die Grenzen der Genfer Konventionen hinausgehen. Tatsache ist, die andere Seite kämpft ohne Bandagen und wenn die eine Regel nutzten können, die Grund-Rechte wahren soll, dann tun sie es auch - immerhin lassen sie Frauen und Kinder hochgehen …und die tun das auch noch «freiwillig»
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